Um 3:00 Uhr rollt ein quietschgrüner Jeep in die Einfahrt unseres Hotels. Einsteigen, nicht anschnallen – das nächste nächtliche Abenteuer beginnt. Den vorherigen Nachmittag haben wir entspannt verbracht: Wir sind zur nächsten Unterkunft „Gubuk Ndeso“ in Probolinggo gefahren, haben gemütlich Kaffee mit Aussivht bei „Aworjiwa“ getrunken und sind nach einem traditionellen Nasi-Goreng-Abendessen im Hote früh schlafen gegangen, um Energie für den kommenden Tag zu sammeln.
Noch halb im Schlaf hören wir dem Jeep eine halbe Stunde lang zu, wie er sich in Serpentinen den Berg hinaufkämpft. Gefühlt gibt er dabei mindestens zehnmal fast den Geist auf, und der Fahrer muss das Relikt von 1977 jedes Mal wieder zum Leben bringen. Schließlich erreichen wir das heutige Highlight: den Mount Bromo.
Zunächst laufen wir im Dunkeln etwa 20 Minuten bergauf. Auf 2.500 Metern Höhe ist das durchaus anstrengend, bis wir schließlich die Aussichtsplattform erreichen, von der aus wir den Sonnenaufgang über dem Vulkan beobachten wollen. Ari hat natürlich wieder den besten Spot für uns gefunden: Wir klettern über das Geländer – ein bisschen abenteuerlich – und er breitet direkt am Rand vor dem Abgrund eine Picknickdecke aus. Dazu gibt es heißen Tee, denn oben weht ein kühler Wind. Ein Blick auf die Uhr: Der Sonnenaufgang ist noch eine Stunde entfernt. Uns wird klar, dass wir nur für diesen perfekten Platz so früh aufgestanden sind. Kurzerhand legen wir uns wieder hin und schlafen noch eine Stunde. Als wir schließlich vom ersten Tageslicht geweckt werden und die Sonne mystisch über dem Tal aufgeht, während wir über rosafarbenen Wolken auf einen dampfenden Vulkan blicken, wissen wir: Das frühe Aufstehen hat sich absolut gelohnt.
Anschließend schauen wir uns Mount Bromo noch aus der Nähe an. Durch das „Sea of Sands“ geht es über schwarzen Sand bis zum Ausgangspunkt der Wanderung zum Krater. Dort stehen bereits über 100 bunte Jeeps in Reih und Glied – wir sind definitiv nicht die einzigen Besucher. Ein kurzer Stopp bei der „Jungle Toilet“ – wie Ari die Büsche nennt, die er uns zeigt, um den Tee wieder loszuwerden – dann beginnt der Aufstieg. Vor uns erstreckt sich ein beeindruckendes Panorama: der grüne Mount Batok, der rauchende Mount Bromo und ein hinduistischer Tempel direkt am Fuß des Vulkans. Ari erklärt uns, dass Bromo eine heilige Stätte für Hindus ist und jedes Jahr zur Opfergabe ein Kuhkopf in den Krater geworfen wird. Gleichzeitig begegnen uns zahlreiche Pferde, deren Mähnen in Pink und Regenbogenfarben gefärbt sind. „Damit sie für chinesische Touristen attraktiver sind – sieht aus wie Einhörner“, sagt Ari. Uns wird bewusst, dass an diesem Ort Glaube und Tourismus aufeinanderprallen.
Der letzte Abschnitt besteht aus 240 Stufen – oben angekommen sind wir völlig außer Atem. Vor uns liegt ein rauchender, zischender Krater – ein echter, aktiver Vulkan, wie man ihn sonst nur aus Büchern oder Filmen kennt. Wir stehen bestimmt eine halbe Stunde dort, machen Fotos, schütteln ungläubig den Kopf und staunen. Schließlich erhaschen wir sogar einen Blick ins Kraterloch. Ein einzigartiger Moment, der uns noch lange begleitet – auf dem Weg zurück durch das Sea of Sands, im rhythmischen Rattern der Jeeps und durch den restlichen Tag hindurch.
Nach unserer Bromo Tour fahren wir weitere 3 Stunden nach Surabaya, wo wir uns am Bahnhof von Ari und unserem Fahrer und somit auch von Ost-Java verabschieden. Nach einem Kaffee und Lars‘ zweitem Nasi Goreng für diesen Tag steigen wir in den Zug, der uns an uns nach Zentral-Java bringen wird.























