Java | Borobudur

Der letzte Tag unserer Java Tour startet – wer hätte es gedacht – um 4.30 Uhr! Wir möchten den Sonnenaufgang über Borobudur, dem größten buddhistischen Tempel der Welt, sehen. Doch leider haben wir heute weniger Glück – der Himmel ist voller Wolken und wir können weder die Sonne noch den Tempel vom Aussichtspunkt „Punthuk Setumbu“ sehen. Als kleine Entschädigung lädt uns Adam auf dem Rückweg auf eine frittierte Banane ein – sehr lecker! Dann bringt er uns zum Haus seines Freundes, der selbst Kokoszucker herstellt. Wir dürfen bei Tee die Süßigkeit probieren und bekommen den Kochprozess erklärt. Außerdem dürfen wir „Cassawa Chips“ versuchen, eine Wurzelknolle, ähnlich wie Kartoffel, die wohl günstiger als Reis und somit in Java ein wichtiges Grundnahrungsmittel ist. Dann zeigt Adam uns noch die Haustiere seines Freundes: zwei riesige Pythons und drei Affen, eingesperrt in kleine Käfige – bei diesem Anblick tun uns die Tiere sehr leid.

Zum Frühstück gehen wir zurück in unser Hotel, wo wir uns mit Nasi Goreng und Nudelsuppe und Ausblick auf idyllische Reisfelder für die nächste Aktivität des Tages stärken: die Besichtigung des Borobudur Tempels. Dort angekommen, dürfen wir durch den Premium Eingang passieren, bekommen einen Magnet geschenkt und müssen unsere Schuhe gegen Slipper von dort tauschen – man darf den Tempel nur so betreten. Unser Guide holt uns am Eingang ab und führt uns zum Tempel. Er erzählt uns, dass Borobudur den Weg zur Erleuchtung im Buddhismus symbolisiert. Seine Struktur besteht aus mehreren übereinanderliegenden Terrassen in Form einer Stufenpyramide mit insgesamt neun Ebenen, die mit Reliefs und Buddha-Statuen geschmückt sind und spiralförmig nach oben zur zentralen Stupa führen. Diesen Weg gehen wir heute auch, am Rand des Tempels die steile Treppen nach oben, auf die verschiedenen Ebenen, wo uns der Guide die eingravierten Bildergeschichten und die Maßnahmen zur Erhaltung des Tempels und zum Schutz vor Erdbeben und Vulkanen zeigt. Wir lernen zudem viel über den Buddhismus und dessen Handzeichen. Ganz oben in „Nirwana“ angekommen, laufen wir im Uhrzeigersinn und in Gebetshaltung um die große Stupa, der zentrale Turm des Tempels, herum – das machen die Buddhisten als eine Form der Meditation und Verehrung.

Während unserer Führung fühlen wir uns wie Celebrities, denn immer wieder kommen indonesische Besucher auf uns zu und möchten ein Foto mit uns machen. Unser Guide erklärt uns, dass das Schönheitsideal hier weiße Haut und eine lange Nase ist, und dass viele Indonesier unser europäisches Aussehen nur aus dem Fernsehen kennen. Daher ist es für sie ein ganz besonderer Moment, wenn sie uns dann in der Realität, in ihrem eigenen Land, begegnen. Mit diesem Wissen machen wir natürlich gern Fotos und grinsen fleißig in die Kameras.

Nach diesem spannenden Besuch machen wir uns auf den Weg zurück zur Unterkunft, wo wir uns noch zwei Stunden im Pool von der Hitze erfrischen und anschließend unsere sieben Sachen zusammenpacken – es geht zurück nach Yogyakarta. Als Wegzehrung gibt uns Adam noch die einheimische Snake Fruit, sie schmeckt ähnlich wie ein Apfel, nur etwas süßer. Nach eineinhalb Stunden sind wir am Flughafen in Yogyakarta angekommen und müssen uns schweren Herzens von Adam und somit auch von Java verabschieden. Den bereits am nächsten Tag wartet die nächste Insel auf uns!


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