An unserem letzten Tag in Labuan Bajo werden wir um 6.45 Uhr vor dem Hotel abgeholt. Wenn wir schonmal hier sind, wollen wir uns natürlich die berühmten Bewohner nicht entgehen lassen, daher haben wir für heute eine Bootstour in den Komodo Nationalpark gebucht. Auf 5 Inseln verteilt leben dort ganze 2500 Komododrachen!
Durch den chaotischen Hafen werden wir zum Speedboat „Alquilha Cruise“ gelotst. Dort begrüßt uns ein zierlicher und sehr freundlicher Tourguide und erklärt uns das Tagesprogramm. Die Stunde Weg zum Nationalpark sitzen wir ganz vorne draußen auf dem Boot, der Wind bläst uns durch die Haare, während wir an den ersten, leuchtend grünen Inseln vorbeidüsen.
Unser erster Stopp ist die malerische Padar Island. Dort angekommen, steigen wir erstmal über drei Boote zum Steg und stehen dann gemeinsam mit unzähligen anderen Touristen am Startpunkt der Wanderung, wo unser Guide uns im Gewusel eincheckt. Dann geht es los, über 100 Stufen bergauf, eine halbe Stunde durch die pralle Sonne, bis zum Aussichtspunkt. Natürlich sind wir auf der Wanderung nicht alleine, und an den besten Fotospots muss man sogar anstehen. Mit so viel Tourismus haben wir hier nicht gerechnet – doch für die Aussicht ist es die Wanderung auf jeden Fall wert! Wir machen ein paar Fotos und genießen den einzigartigen Ausblick auf drei verschiedenfarbige Strände, bevor unser Guide uns einsammelt und wir zurück aufs Boot gehen.
Nach 15 Minuten legen wir am nächsten Stopp an: der Pink Beach – ein Strand, der durch winzige rote Korallensplitter im Sand rosa erscheint. Wir kühlen uns im glasklaren Wasser ab und flüchten uns dann in den Schatten, wo wir bei einer erfrischenden Kokosnuss ein paar übermotivierten Asiatinnen beim Fotoshooting im pinken Bikini am pinken Strand zuschauen – sehr unterhaltsam.
Nun ist es endlich soweit: unser Boot steuert Richtung Komodo Insel, wo die Drachen auf uns warten! Das Trekking startet vom kleinen Fischerdorf der Insel aus, wo uns ein Guide eine Sicherheitseinweisung gibt: wir sollen genug Abstand halten und uns in der Nähe der Warane nicht schnell bewegen. Auf dem Weg in den Dschungel treffen wir auf ein paar Ziegen; der Guide kommentiert trocken „Komodo Food“. Er erklärt, dass die Drachen nur ein Mal im Monat essen, dann jedoch eine ganze Ziege am Stück verschlingen. Nach nur wenigen Metern können wir einen kleinen Drachen von Weitem im Busch erkennen, wenig später liegen zwei große Komodowarane vor uns unter einem Baum im Schatten. Wir sind sehr beeindruckt von den großen Tieren, und können sie mit unserem langen Kameramotiv auch mit viel Abstand nah vor die Linse holen. Dort starten sie uns an, mit ihren Knopfaugen. Schon etwas gruselig, dass sie ihre Beute durch nur einen Biss erlegen können, da sie in ihrem Speichel tödliche Bakterien haben.
Nachdem wir ein paar Fotos gemacht haben, kommt eine ganze Touristenschar auf uns zu, und wir gehen schnell weiter zu den nächsten Drachen. Insgesamt sieben Drachen begegnen wir auf unserem Weg, von Kleintieren über Männchen und Weibchen alles dabei. Als wir durch das Fischerdorf wieder zurück zum Boot laufen, sind wir sehr beeindruckt von den Tieren, der viele Tourismus darum herum stimmt und jedoch etwas nachdenklich.
Nach dem Mittagessen ist Wasser angesagt! Zuerst bringt uns das Boot zu „Taka Makassar“, einer großen Sandbank, wo wir im kristallklaren Wasser planschen. Anschließend fahre wir zu den Schnorchelspots „Manta Point“ und „Mawan Island“, wo wir nochmal viel Glück haben und über 10 Manta Rochen von der Wasseroberfläche aus bestaunen können. Wir stellen nochmal fest: Die Unterwasserwelt des Komodo Nationalparks ist wirklich einzigartig. Umso schockierender finden wir es, zu beobachten, dass manche Touristen für das perfekte Video zu den Mantas hintertauchen und sie berühren! Wir können sehr gut nachvollziehen, warum die Zahl der täglichen Touristen für den Nationalpark ab April auf 1000 begrenzt werden musste.
Gegen Nachmittag kehren wir zurück nach Labuan Bajo, packen unsere Rucksäcke, und lassen den ereignisreichen Tag im Restaurant „Fusion 38“ bei italienisch angehauchten Sushi und Udonnudeln al Pomodoro ausklingen. Ein ganz außergewöhnliches Abendessen für einen außergewöhnlichen Tag!

















